BP | Tägliche Angriffe: Wer schützt uns im digitalen Raum?

BP | Tägliche Angriffe: Wer schützt uns im digitalen Raum?

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Die Bundeswehr zu Gast

Witten.

Hauptmann Linke bei dem spannenden Vortrag

Fast täglich kommt es zu größeren Cyberangriffen auf die IT-Systeme des Staates, der Kommunen, der Unternehmen und nicht zuletzt auch der Bürger der Stadt Witten. Ein prominentes Beispiel ist der Bundestags-Hack aus dem Jahr 2017. Mit der wachsenden Anzahl an Systemen durch die Digitalisierung, und die zunehmende Vernetzung untereinander, stellt sich die Frage, wie die Sicherheit unserer IT-Systeme gewährleistet werden kann.

Fast täglich kommt es zu größeren Cyberangriffen auf die IT-Systeme des Staates, der Kommunen, der Unternehmen und nicht zuletzt auch der Bürger der Stadt Witten. Ein prominentes Beispiel ist der Bundestags-Hack aus dem Jahr 2017. Mit der wachsenden Anzahl an Systemen durch die Digitalisierung, und die zunehmende Vernetzung untereinander, stellt sich die Frage, wie die Sicherheit unserer IT-Systeme gewährleistet werden kann.

Teilweise laufe es jedoch immer noch auf Attacken hinaus, in denen der letzte erlösende Schritt es sei, den Computer händisch vom Netz zu trennen, um den Angriff zu beenden, räumt Linke ein.

Ein weiterer Punkt sei jedoch nicht nur die Verteidigung, sondern auch die Reaktion. Vor allem im Bereich des Gegenangriffs seien noch viele, vor allem rechtliche, Fragen zu klären.

„Wir müssen über den digitalen Verteidigungsfall diskutieren.“, fordert Jugendoffizier Linke und berichtet von seinen Erfahrungen aus dem Austausch mit den amerikanischen Streitkräften: Dort sei ein Cyberangriff im Netz nicht anders zu bewerten als ein Angriff mit konventionellen Waffen. Eine Gegenreaktion kann somit auch konventionell, und nicht nur digital, erwidert werden.

In der Bundeswehr sei man durch den Aufbau des neuen Kommandos, der Anschaffung von Hochleistungsrechnern und vielen Kooperationen mit anderen Streitkräften aus EU-Ländern in der Lage, die Herkunft der Angriffe nun zu ermitteln, berichtet Linke. Außerdem warnt er, dass es in Deutschland an politischen Entscheidungen fehle mit welchen Gegenmaßnahmen, und ob überhaupt, auf einen digitalen Angriff reagiert werden kann.

Anhand eines aktuellen Beispiels aus einem osteuropäischen Land erläuterte Hauptmann Linke das Dilemma: Dort habe es vor der Stationierung deutscher Soldaten eine Falschmeldung gegeben, wonach ein Soldat ein Kind missbraucht haben soll. Konsequenz dieser sich schnell verbreitenden Fake-Nachricht war, dass die Stimmung gegen die Bundeswehr vor Ort kippte und die Sicherheit der Soldaten nicht gewährleistet werden konnte.

Solch eine ähnliche Situation wäre aber auch im eigenen Land denkbar, erklärt Linke, denn vor allem rund um Wahlen ließe sich durch Falschmeldungen schnell die Stimmung im Land kippen. Mit diesen Beispielen zeigte er, dass ein digitaler Angriff nicht nur ein klassischer Hack, an dessen Ende die Systeme kollabieren, sein kann, sondern es vor allem auch um Angriffe mittels Fake-News über Social-Media Plattformen oder andere Medien geht.

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden einig: Die Bundeswehr sollte, genauso wie die Kooperationspartner aus dem Bund und aus der Wirtschaft, das Mandat durch die Politik bekommen, um auf digitale Bedrohungen auch reagieren zu können- um Angreifern das Handwerk zu legen.

Nach der Interessanten und teils sehr kritischen Diskussionsrunde mit vielen neuen Erkenntnissen rundete ein gemeinsames Grillen die gelungene Veranstaltung ab.