Landtagsabgeordnete auf Probe

Landtagsabgeordnete auf Probe

Die Gevelsbergerin Jessica Citrich durfte sich 3 Tage lang wie eine echte Landtagsabgeordnete fühlen. Vom 11.06. bis zum 13.06. zog sie für Regina van Dinther in den 7. Jugendlandtag ein.

Zusammen mit 237 weiteren Jugendlichen im Alter von 16-20 Jahren befasste sich Jessica mit den Themen „Mehr für den Alltag und das Leben in der Schule lernen“, basierend auf den Tweet von Naina und „Studienplatzvergabe gerechter gestalten“.

In mehreren Fraktions- und Ausschusssitzungen, sowie mit Hilfe einer Expertenanhörung wurde dann innerhalb der einzelnen Fraktionen, im Falle von Jessica der CDU-Fraktion, über die Anträge beraten, die dann am Samstag in der abschließenden Plenarsitzung abgestimmt wurden.

„Es war sehr spannend, auf so viele verschiedene politisch interessierte und engagierte junge Menschen zu treffen. Ich hoffe, der Austausch bleibt lange bestehen“, so Jessica.

Sie selbst durfte in der Plenarsitzung zum Thema „Mehr über den Alltag und das Leben in der Schule lernen“ referieren. Der vorgegebene Antrag beinhaltete zwei Forderungen, zum einen, dass ein eigenes Fach mit den Themenschwerpunkten Hauswirtschaft, Miete, Steuern und Versicherungen in den Lehrplan integriert wird, zum anderen, dass in den Hauptfächern wie Deutsch, Mathematik oder Sozialwissenschaften, mehr Praxisbezug entsteht.

Der Antrag wurde im ersten Punkt von allen Fraktionen, außer der Piraten-Fraktion, abgelehnt. „Ein eigenes Fach dafür einzuführen würde den Rahmen sprengen und dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler die wertvolle Zeit ihrer Freizeit einbüßen. Außerdem darf der bestehende Lehrplan nicht verdrängt werden, hat er sich doch jahrelang bewährt.“, so Jessica in ihrer Rede. Deshalb forderte sie eine Projektwoche, in der einmal im Schuljahr an das jeweilige Alter angepasst die alltagsrelevanten Themen behandelt werden. Eine Idee, die auch bei den anderen Fraktionen aufkam.

Beim Thema „Studienplätze gerechter gestalten“ waren sich die Fraktionen dagegen wesentlich uneiniger. So kam es zum zweiten Hammelsprung in der Jugendlandtagsgeschichte, als die Piraten-Fraktion einen Antrag stellte, wonach auch Haupt- und Realschüler die Möglichkeit zum Studieren bekommen sollen. Der Antrag wurde letztendlich mit knapper Mehrheit beschlossen.

„Alles in allem war es eine schöne Erfahrung. Ich kann nur jedem, der politisch interessiert ist, ans Herz legen, am Jugendlandtag teilzunehmen. Die Regeln, dass man in der Plenarsitzung beispielsweise seine Kurzinterventionen anmelden muss und nicht jederzeit seine Meinung äußern kann, können anfangs frustrierend sein. Trotzdem lernt man die demokratischen Entscheidungsprozesse kennen und sieht gleichzeitig, welche Verantwortung hinter einem solchen Mandat steht.

Der nächste Jugendlandtag findet im Juni 2016 statt, Interessierte können sich bei den jeweiligen Landtagsabgeordneten bewerben.